Brücken als Impulsgeber für die Stadtentwicklung
Julia Karasinska leitet und entwirft seit mehr als 10 Jahren besondere Bauwerke. Ihre Expertise liegt dabei im Brückenbau. Das in London erworbene Fachwissen bringt sie nun in unser Büro in Berlin ein, um dort ein Team aufzubauen und unser Dienstleistungsangebot auf dem europäischen Markt zu stärken.
Ƶ verfügt über große Erfahrung in der Planung von Brücken, wie z.B. Ponte della Musica, ԳڱԲü, Lille Langebro, Neue Donaubrücke, aber bisher haben wir diese Dienstleistung nicht von unseren europäischen Büros aus angeboten. Wir haben Julia über diese neue Chance befragt, worauf sie sich freut und was ihr am meisten an der Arbeit als Brückeningenieurin gefällt.

Du leitest und erweiterst nun von Berlin aus unser neues Dienstleistungsangebot im Brückenbau auf dem europäischen Markt, worauf freust du dich?
In unseren europäischen Büros gab es schon immer ein großes Interesse an Brückenprojekten. Bislang haben unser Bridges-Team in London und das Structures-Team in Berlin und Kopenhagen erfolgreich an vielen Brückenentwürfen zusammengearbeitet, und ich freue mich sehr darauf, auf dieser Erfahrung aufzubauen. Ich möchte mit so vielen Mitarbeitenden wie möglich zusammenarbeiten, um ein abgerundetes Dienstleistungsangebot auch von unseren Büros in der Europa-Region aus anbieten zu können. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Wissen und die Fähigkeiten unserer talentierten Ingenieurinnen und Ingenieure bündeln können und damit innovative Lösungen entwickeln und fantastische Brücken in Europa bauen können.
Was macht dir persönlich am meisten Spaß bein der Konstruktion von Brücken?
Brückenbau ist mehr als der Entwurf eines Bauwerks, das ein Gewässer, eine Straße oder Schienen überspannt. Es geht darum, zur Entwicklung von Städten beizutragen und Gemeinschaften zu verbinden, eine lebendige Verbindung zwischen verschiedenen Gebieten zu schaffen und in vielen Fällen ein Symbol für die Innovation und Kreativität von Ingenieurinnen und Ingenieuren mit den unterschiedlichsten Hintergründen zu schaffen. Als Brückeningenieur bin ich stolz darauf, zu dieser außergewöhnlichen Gruppe von Menschen zu gehören, die ständig nach Möglichkeiten suchen, neue effiziente und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Welches ist dein Lieblingsprojekt?
Mein Lieblingsprojekt ist die ԳڱԲü in Hamburg wegen ihres schönen, funktionalen und nachhaltigen Designs. Es ist wahrscheinlich auch das bedeutendste Projekt für mich, da es das erste Brückenprojekt ist, an dem ich bis zur Übergabe beteiligt war. Was mich natürlich sehr gefreut hat ist, dass sie anschließend für ihre Einzigartigkeit mehrfach ausgezeichnet wurde. Die ԳڱԲü war eines der fünf Pilotprojekte in Deutschland, die dazu beigetragen haben, spezifische Bewertungskriterien für die Nachhaltigkeitszertifizierung von Brücken festzulegen.
Ich habe die Brücke im August 2018, vier Jahre nach ihrer offiziellen Eröffnung, erneut besucht. Ich war begeistert zu sehen, wie die Brücke zur Entwicklung des Baakenhafens in ein lebendiges, urbanes Wohn- und Freizeitviertel in der Hamburger Hafen City beigetragen hat und sogar zu einem eigenständigen Ausflugsziel geworden ist.
Die Verringerung der Kohlenstoffintensität einer Brücke ist eine Herausforderung. Welche Möglichkeiten siehst du, um den CO2-Fußabdruck zu verringern?
Es gibt viele Faktoren, die bereits in einem frühen Stadium berücksichtigt werden müssen und die sich auf die Kohlenstoffintensität einer Brücke auswirken: Materialität, Entwurfseffizienz, Bauprozesse und Wartungsaufwand. Wo immer möglich, wollen wir recycelbare oder kohlenstoffneutrale Materialien wie Stahl oder Holz verwenden. Außerdem müssen wir sicherstellen, dass das Bauwerk leicht zu warten ist und über viele Jahre hinweg funktionsfähig bleibt. Dies erreichen wir zum Beispiel durch den Verzicht auf Elemente mit kürzerer Lebensdauer wie Lager und Bewegungsfugen, durch die Verwendung robuster, verschleißfester Produkte und durch einen einfachen Zugang für Inspektion und Wartung.

Welche Disziplinen müssen zusammenkommen, um eine funktionierende Brücke zu bauen?
Eine gute Brücke ist das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen von Architekt:innen, Ingenieur:innen und verschiedenen Fachberater:innen. Bei der Leitung eines Brückenprojekts können wir auf das Fachwissen von Bauingenieur:innen, Stadtplaner:innen, Verkehrs- sowie Nachhaltigkeitsexpert:innen zurückgreifen. Diese Zusammenarbeit ist unerlässlich, damit wir unseren Kunden und den Endnutzer:innen die besten Lösungen anbieten können. Glücklicherweise verfügen wir bei Ƶ über Expert:innen in all diesen Disziplinen, die immer bereit sind, zu helfen und an einem unserer Projekte mitzuwirken. So können wir gemeinsam integrierte Entwürfe in jeder Größenordnung und für die anspruchsvollsten Orten der Welt liefern.
An welchen Projekten würdest du gerne in Zukunft arbeiten?
Ich möchte, dass meine zukünftigen Projekte einen positiven Beitrag zu unseren Städten, Landschaften und unserer Gesellschaft leisten. Ich möchte Teil eines Unternehmens sein, das dafür sorgt, dass unsere Arbeit nach Innovation, Achtsamkeit und nachhaltiges Denken zugunsten der kommenden Generationen strebt.







