
Brückenbauwerke der Landesgartenschau
Fulda, Deutschland
Projektdetails
Auftraggeber
Stadt Fulda, LGS Fulda 2023 gGmbH
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Swillus Architekten
Kooperationspartner
A24 Landschaft
Zeitraum
Fertigstellung 2022
Dienstleistungen von º£½ÇÊÓÆµ
Die Konzeption zur Landesgartenschau Fulda 2023 soll neben der Ausstellung auch eine städtebauliche Weiterentwicklung des Stadtrands zur Fuldaaue schaffen. A24 Landschaft gewann dazu den Wettbewerb zusammen mit yellow z urbanism architecture. Der Entwurf führt periphäre Industrieareale sowie einen neuen Stadtteil an die Fuldaauen heran, die wiederum eine Verknüpfung zur Innenstadt bieten.
Teil der Landesgartenschau sind drei Brücken für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, die die Freiraumvernetzung unterstützen und durch den Architekten Joachim Swillus geplant werden. º£½ÇÊÓÆµ hat wiederholt erfolgreich mit J. Swillus und A24 Landschaft zusammengearbeitet und wurde mit der Tragwerksplanung für die LP 2-6 beauftragt.
Die Herausforderung
Die ästhetisch anspruchsvollen Brücken unterscheiden sich in ihrer Komplexität und Konstruktion, sind jedoch durch die geometrische Ähnlichkeit einzelner Elemente als Ensemble erfahrbar. Die statischen Systeme der drei Brücken reichen von einer Einfeldbrücke aus Stahl mit 10 m Spannweite über eine Fünffeldbrücke mit 50 m Spannweite, ebenfalls aus Stahl, hin zu einer dritten, architektonisch und statisch komplexen Brücke, mit einer Länge von 160 m und einer Spannweite von bis zu 15,5 m. Während die zwei kleineren Brücken Teil des Landesgartenschau Geländes sind, liegt die längere Brücke etwas nördlich und bindet durch die Überquerung der Sickelser Straße den Stadtteil Neuenberg barriere- und autofrei an die Fuldaaue an.

des Fuldaer Stadtrands zur Fuldaaue fördern. Bild: Swillus Architekten.
Die Lösung
Insbesondere die komplexe Geometrie der Fuß- und Radwegbrücke über die Sickelser Straße stellte für unsere Tragwerksplaner:innen einige Herausforderungen dar. Der Entwurf des Architekten sieht hier eine Brücke mit einem zweifach geknickten Grundriss mit 50 cm starkem Holzüberbau vor, deren Lasten über 10 geneigte X-Stahlstützen in die Pfahlgründungen abgetragen werden.
Anhand eines 3D-Modells wurde das globale Tragverhalten dieser Brücke untersucht, die vertikalen und horizontalen Verformungen, verschiedene Lagerbedingungen und die Stützenorientierung wurden im Rahmen des Entwurfs intensiv betrachtet. Das Ergebnis zeigte, dass es statisch effizienter war, die Orientierung einiger Stützen zu ändern, um ein stabileres System für die einzelnen Brückenabschnitte zu erhalten. Die X-Rahmen der Stützen gewährleisten die horizontale Steifigkeit und Standsicherheit des Bauwerks, da so horizontale Lasten (z.B. Wind, Anprall) aufgenommen werden können.
Die Verwendung von Holz für das Brückendeck hat neben der Nachhaltigkeit den Vorteil, dass sich die Brückenelemente effizient vorfertigen lassen und ihr Eigengewicht geringgehalten wird. Beides Maßnahmen, die den Bau der Brücke und den Einhub des Brückendecks wesentlich erleichtern.

Die Herausforderung lag bei den Anschlüssen, insbesondere bei denen der Knickpunkte. Die Knoten des Überbaus sollten so gestaltet werden, dass eine wartungsintensive Bewegungsfuge vermieden wird. In enger Abstimmung mit dem Objektplaner und Holzbauer, entwarfen unsere Ingenieur:innen hier einen biegsteifen Anschluss für die Knickpunkte aus nicht sichtbaren Stahleinbauteilen. So kann sowohl eine Bewegungsfuge vermieden werden als auch eine wirtschaftliche Durchlaufwirkung aktiviert werden.
Die Anschlüsse des Brückendecks an die Stützen sind Teil der sichtbaren Architektur und wurden als gelenkige Konten geplant, im Detail abgestimmt mit der Architektur.
Der Mehrwert
Die Bearbeitung der Tragwerksplanung für die drei Brücken erfolgte in enger Zusammenarbeit unseres Berliner Büros und unseres internationalen Brücken-Teams, um unsere kollektive Erfahrung und Expertise konstruktiv in alle Planungsphasen des Projekts einzubringen. Insgesamt leisten die Brücken einen wichtigen Beitrag zu dem Gesamtziel des Landschaftsprojektes: Urbanität und Natur werden verbunden in einem autofreien Naherholungsgebiet. Neue Aktivitäts- und Aufenthaltsangebote werden geschaffen, während auf den Erhalt hochwertiger Landschaftsräume geachtet wird.













