
Die Erfolgsformel für
die Sanierung
eines Kulturerbes
Fry Building, University of Bristol
Bristol, Großbritannien
Projektdetails
Auftraggeber
University of Bristol
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WilkinsonEyre
Zeitraum
2012-2019
Dienstleistungen von º£½ÇÊÓÆµ
Akustik, Brückenbau und öffentliche Bauten, Fire engineering, Heritage buildings, Nachhaltigkeit, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Verkehr und Mobilität
Die University of Bristol ist eine international renommierte akademische Einrichtung. Sie liegt im Zentrum einer blühenden, vielfältigen und grünen Stadt und genießt einen herausragenden Ruf als Forschungsuniversität. Ihre lange ehrwürdige Geschichte ist der Grundstein für eine sich stetig weiter entwickelnde moderne ³¢±ð³ó°ù²õ³Ùä³Ù³Ù±ð.
º£½ÇÊÓÆµ half der Universität beim Umbau und der Sanierung des Fry Buildings. Dieses denkmalgeschützte Gebäude, das zuvor der Fakultät für Biologie diente, ist ein Wahrzeichen im Herzen des Clifton-Campus. Jetzt bietet es der School of Mathematics ein neues Zuhause.
Zu den Zielen der Universität für das Projekt gehörte neben der Verbesserung der Barrierefreiheit und der Schaffung eines neuen markanten Eingangs, auch der allgemeine Wunsch, eine außergewöhnliche Hochschuleinrichtung zu schaffen, die begabte Studendierende, Lehrpersonal und Mitarbeiter:innen aller Herkunft anspricht.

Die Herausforderung
Im Auftrag des University College of Bristol wurde der ursprüngliche Teil des architektonisch kunstvollen Fry Buildings im Jahr 1880 errichtet und in den folgenden 24 Jahren um weitere Flügel erweitert. Das Gebäude war das erste, dass für die neu gegründete Bildungsstätte fertiggestellt wurde, die im Jahr 1909 ihre Akkreditierung zur Universität erhielt. Die Zeit um die Jahrhundertwende, vom 19. ins 20. Jahrhundert, brachte einen Wechsel in der britischen Bauindustrie mit sich – von tragenden Mauerwerken zu einer stärkeren Verwendung von Tragwerken aus Eisen.
Um die Modernisierung des Fry Buildings zu ermöglichen, mussten º£½ÇÊÓÆµs Tragwerksexpert:innen zuerst feststellen, welche Art von Tragwerk verwendet wurde. Diese wichtigen Informationen waren vor Beginn der Arbeiten nicht bekannt. Nur durch ein umfassendes Verständnis der Bestandsstruktur – weitgehend verputzt und unzugänglich – sowie des Lastflusses konnte ein präziser Rückbau der nicht tragenden Elemente und die anschließende Umgestaltung ermöglicht werden.

Der neue Eingang des Gebäudes wurde von Westen nach Norden verlegt, sodass die markante Statement-Fassade und das helle Foyer richtig zur Geltung kommen. Gleichzeitig wurde der öffentliche Raum davor landschaftlich neugestaltet. An das Foyer schließt sich unter einem Dachgarten ein neuer Hörsaal mit 140 Sitzplätzen an. Die Fassade mit ihrem mathematischen Voronoi-Muster dient gleichzeitig als Sonnenschutz für das Atrium und umschließt die ursprünglichen Außenwände.
Ein detaillierter Stakeholder-Engagement-Prozess wurde durchgeführt, um die Anforderungen einer modernen Mathematikfakultät herauszuarbeiten und zu überlegen, wie diese am besten in einem historischen Gebäude umgesetzt werden können. Zum Beispiel wurde ein thermische Behaglichkeitsanalyse durchgeführt, um das Wärmewohlbefinden der zukünftigen Nutzer:innen in den geschlossenen Räumen zu optimieren.
Umfangreiche Rohbauarbeiten waren erforderlich, um aus dem alten Hörsaal den neuen modernen Eingang zu machen. Dabei wurde die ursprüngliche Steinfassade entfernt. Die traditionellen hölzernen Sitzstufen wurden durch einen Stahlbetonboden ersetzt und die Lasten darüber umgeleitet. Darüber hinaus verbesserten unsere Expert:innen den Zugang zum Gebäude und entwickelten eine mit dem Kulturerbe der Universität übereinstimmende TGA-Strategie.

Die Lösung
Bevor wir mit der Arbeit beginnen konnten, musste zuerst der Zustand der Bausubstanz ermitteln werden und das bedeutete gewissenhafte Detektivarbeit. Unser Team führte dafür umfangreiche Vermessungsarbeiten durch, studierte alte Pläne und begutachtete zahlreiche Zeichnungen und Skizzen. Das Historische Institut der Universität leistete Hilfestellung bei der Frage, wie das Fry Building am besten instandgesetzt werden könnte. Zum Teil wurden Bauteilöffnungen an Wandplatten durchgeführt, um den Aufbau des Tragwerks und den Verlauf des Lastflusses zu ermitteln bzw. festzustellen, welche Decken und Wände ohne große Probleme entfernt werden konnten. Unsere sorgfältige Untersuchung ergab zum Beispiel, dass mehr Eisen als erwartet beim Bau des Gebäudes verwendet wurde. Dieses sowie weitere Ergebnisse spiegeln sich in unserem Lösungsansatz wider.
Trotz der architektonischen Grenzen, die ein so altes Gebäude aufwirft, war es für den Erfolg des Projekts wichtig, das Atrium, Treppen und Aufzüge im neuen Eingang den modernen Anforderungen der Barrierefreiheit entsprechen. Der neue Hörsaal wurde ins Erdreich gebaut und konnte somit gleichzeitig als Gebäudeunterfangung für den angrenzenden historischen Bestandbau genutzt werden.

Der Mehrwert
Die Sanierung hat dieses historische Fakultätsgebäude der University of Bristol wiederbelebt und zu einem einladenden Ort des Lernens gemacht. Dank unserer behutsamen und respektvollen Herangehensweise entspricht es jetzt den Anforderungen des 21. Jahrhunderts. º£½ÇÊÓÆµ hat dazu beigetragen, eine Einrichtung zu schaffen, die das Ansehen der Fakultät für Mathematik verbessert und gleichzeitig die kulturellen und bildenden Ideale der Universität stärkt.
Das Fry Building bietet der Mathematikfakultät ein herausragendes Zuhause im Herzen des Universitätsgeländes, und wir freuen uns sehr, hier eingezogen zu sein. Jetzt verfügen wir über einen Ort für Forschung und Lehre, die einer weltweit führenden Mathematikabteilung würdig sind.
Professor Noah Linden, Mathematikfakultät










