
Haus 2+, Holzmarkt 25
Berlin, Deutschland
Projektdetails
Auftraggeber
Holzmarkt Betriebs GmbH
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Office ParkScheerbarth
Zeitraum
2021 – 2023
Dienstleistungen von º£½ÇÊÓÆµ
Mit nur 204 m2 ist das Haus 2+ eines der kleinsten Projekte, an denen º£½ÇÊÓÆµ in den letzten Jahren gearbeitet hat. Die Umsetzung der architektonischen Vision für dieses auffällige Gebäude erforderte jedoch die Bewältigung einer Reihe von technischen Herausforderungen.
Bis ins frühe 19. Jahrhundert war das Gelände an der Spree ein zentraler Berliner Umschlagplatz für Holz. Zu Zeiten der DDR war es Grenzgebiet, nach der Wiedervereinigung wurde es zur Industriebrache und ab 2003 zum Standort des berühmten Techno-Clubs Bar25. Daraus entstand 2012 das Kulturquartier „Holzmarkt 25“ mit einer Konzerthalle, einem Club, Tonstudios, Restaurants und vielen kleinen Buden am Wasser, das jährlich rund 500.000 Besuchende anzieht.
Die Herausforderung
Auf engem Raum schmiegt sich Haus 2+ an die Seite des außenliegenden Treppenhauses der benachbarten Veranstaltungshalle, erweitert damit die wirtschaftliche Rentabilität des Standorts und ist zugleich eine stilvolle Ergänzung für das Zentrum dieses pulsierenden Quartiers. º£½ÇÊÓÆµ war mit der Tragwerksplanung und Beratung für das Projekt beauftragt.
Haus 2+ ist das erste dauerhafte Gebäude des Quartiers, das größtenteils aus Holz erbaut wurde und auf diese Weise an die Wurzeln des Viertels als ehemaliger Umschlagplatz für Holz erinnert. Inmitten des scheinbar improvisierten Fleckenteppichs der Gebäude am Holzmarkt, setzt Haus 2+ ein klares Zeichen für fortschrittliches Design und Nachhaltigkeit. Der dreigeschossige Anbau, der vollständig mit leuchtend rotem Lärchenholz verkleidet ist, bildet seit seiner Fertigstellung den öffentlichen Haupteingang zum Quartier.
Von ´¡°ù³¦³ó¾±³Ù±ð°ì³Ù³Ü°ù²úü°ù´Ç Office ParkScheerbarth geplant, besteht das Gebäude aus einer komplexen architektonischen Form, die sich aus einfachen geometrischen Volumen zusammensetzt und individuelle Raumzuschnitte für die verschiedenen Mieter bietet. Die insgesamt sechs Einheiten werden von einer Bäckerei und einem Tattoo-Studio, einer Booking-Agentur und einem Künstler, einem Fotostudio und einer Praxis für Physiotherapie genutzt. Das enges Baubudget und eine kleine Grundfläche erforderten bei der Planung des Tragwerks ein Höchstmaß an Raum- und Ressourceneffizienz. Die aufwendig geschwungene Form des Gebäudes erforderte komplexe Auskragungslösungen. Eine Reihe von bestehenden Kellern und Tunnelsystemen, die unter dem Gelände verlaufen und in der sich die Infrastruktur sowie Technik- und Verwaltungsräume für die benachbarten Grundstücke befinden, stellten ebenfalls eine Herausforderung für die Gründung dar.

Die Lösung
Haus 2+ kombiniert drei Holzbausysteme. Die Innenwände bestehen aus Massivholz, die Decken aus Lignatur-Flächenelementen und die Außenwände aus Holzrahmen, die mit einer vorgehängten Holzfassade verkleidet sind. Das einzige Element, das nicht aus Holz besteht, ist ein Stahlträger, der zur Aussteifung des Tragwerks und zur Umsetzung der für die architektonische Vision notwendigen Auskragung erforderlich ist.
Ein den Bestandskeller umgreifender Pfahlkopfbalken wurde eingesetzt, um Lasterhöhungen zu vermeiden und das Tragwerk weiter zu stützen. Zusätzlich wurde eine Reihe weiterer Mikrogründungspfähle so platziert, dass sie die unterirdischen Bestandsstrukturen umgehen und so viel Gewicht wie möglich vom bestehenden Keller abtragen. Aufgrund der begrenzten Tragfähigkeit des Untergeschosses musste das Gebäude nach dem Prinzip des Leichtbaus errichtet werden. Das verwendete Holz ist nicht nur ein äußerst nachhaltiges Material, sondern aufgrund seiner Leichtigkeit auch eine ideale Wahl.

Durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz in der Konstruktion wird der verkörperte Kohlenstoffgehalt des Projekts erheblich gesenkt. Da die einzelnen Elemente verschraubt und nicht verklebt sind, lassen sie sich später am Ende der Lebensdauer des Gebäudes sortenrein demontieren. Regional vorgefertigt, können alle Komponenten trotz ihres geringen Umfangs mit wenig Aufwand getrennt und wiederverwendet werden, um den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft, die in Berlins zukunftsorientierter Bauindustrie zunehmend Beachtung findet, gerecht zu werden.
Im Vergleich zu herkömmlichen Tragwerken aus Stahl oder Beton ist ein Holztragwerk wesentlich leichter. So konnte die Konstruktion des dreigeschossigen Haus 2+ in unmittelbarer Nähe eines Bestandsgebäudes und auf vorhandener Unterkellerung mit einer einfachen und Low-Impact Mikropfahlgründung ermöglicht werden.
Die Vorfertigung der Tragwerkselemente eröffnet zudem zwei Vorteile – erstens, die hochwertige Fertigungsqualität und zweitens, erhebliche Effizienzgewinne im Bauablauf. Dank der Vorfertigung konnten sie vor Ort in kürzester Zeit zusammengesetzt werden. Der Holzbau wurde in nur acht Tagen, vom Fundament bis zum Richtfest, im März 2023 errichtet. Die Übergabe an die Mietergemeinschaft erfolgte im August. Durch den schnellen Bauablauf war es möglich, Störungen für die Nachbarunternehmen und Besuchende des Ortes zu minimieren.
Der Mehrwert
Mit seiner leuchtend roten Holzfassade ist das Haus 2+ schon jetzt zu einem neuen Wahrzeichen des Berliner Holzmarkts geworden.
Trotz seiner geringen Größe stellten die konstruktiven Holzdetails des Gebäudes eine Reihe von bautechnischen Herausforderungen dar. Unser Expertenteam für Tragwerksplanung war während der gesamten Projektdauer in engem Kontakt mit dem Architektenteam und der ausführenden Holzbaufirma, um die erfolgreiche Umsetzung dieses markanten Gebäudes zu gewährleisten.
Auszeichnungen und Preise
2023
Holcim Awards – Bronze Europe Award Winner
2023
domus web – one of the best architectural projects of 2023












