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Campus Weißensee

Berlin, Deutschland

Projektdetails
Auftraggeber

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

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MLA+, Lohrengel Landschaftsarchitekten

Zeitraum

ongoing 2022

Dienstleistungen von º£½ÇÊÓÆµ

Energy consulting, Klimaanpassung und Resilienz

Auf der Fläche einer Kleingartenanlage in Berlin-Pankow soll ein künftiges Wissenschafts- und Kreativzentrum der Kunsthochschule Weißensee entstehen – der Campus Weißensee.

Ziel ist es, die verschiedenen Standorte der Hochschule auf einem 1.8 ha großen Areal zusammenzufassen. In dem Neubauvorhaben mit insgesamt sechs Gebäuden, drei von denen von der Hochschule getragen, werden vielfältige Angebote für Studierende und Kunstschaffende eingerichtet. Dazu gehören studentischer Wohnraum, Arbeitsplätze für Künstler:innen, eine Mensa und Cafés, aber auch weitere Räume für kreative Nutzungen wie zum Beispiel ein Gründerzentrum.

Um den Bebauungsplan 3-74 Campus Weißensee zu qualifizieren und eine klimapositive und ressourcenschonende Entwicklung des Campus zu gewährleisten, erarbeitete unser Expertenteam ein Konzept für Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft.

Die Herausforderung

Für die Untersuchung der Grauen Emissionen kam ein von º£½ÇÊÓÆµ eigens entwickeltes LCA-Toolkit zum Einsatz, das Materialmengen aus Software wie Revit oder Rhino bezieht und auf Basis der Datenbank Ökobaudat die Werte ermittelt. Unser Team entwickelte drei unterschiedliche Konstruktionsvarianten für die unterschiedlichen Gebäudetypologien und ermittelte die Grauen Emissionen des Tragwerks.

Die Energiegrundkonzeption fußt auf einer vorgeschalteten Bedarfs- und Potentialanalyse. Es greift die schrittweise Bebauung des Campus auf und sichert eine effiziente und ausreichende Versorgung mit Energie zu allen Entwicklungsstadien.

Möglichkeiten der Umweltwärmenutzung wie Solarthermie, Geothermie und Außenluft (Wärmepumpen) wurden eruiert sowie eine lokale Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen unter Berücksichtigung der ggf. auftretenden Nutzungskonkurrenz aus Solarthermie, Regenwasserbewirtschaftung und Dachbegrünung.

Ein Architekten-Rendering des neuen Campus Weißensee.
Der neue Standort der Kunsthochschule stellt vielfältige Angebote für Studierende und Kunstschaffende bereit, unter anderem auch ein Gründerzentrum. Alle Bilder: © MLA+ Berlin/Lohrengel Landschaft

Die Lösung

Möglichkeiten der Umweltwärmenutzung wie Solarthermie, Geothermie und Außenluft (Wärmepumpen) wurden eruiert sowie eine lokale Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen unter Berücksichtigung der ggf. auftretenden Nutzungskonkurrenz aus Solarthermie, Regenwasserbewirtschaftung und Dachbegrünung.

Um die im Quartier verbauten Wertstoffe nach Ende der Lebensdauer des jeweiligen Bauteils wieder nutzen zu können, umfasst das Kreislaufkonzept ein digitales Materialkataster. Im Sinne des „Urban Mining“ werden so rückbaufreundliche, sortenrein trennbare Baukonstruktionen gefördert, die einen Rückbau in Zukunft ermöglichen und Materialien ohne Qualitätsverlust wiedergewinnbar macht.

Hinzukommen nachbarschaftliche Tauschsysteme mit einem Fokus auf den Campus, die den bewussten Umgang mit Ressourcen fördern und Materialkreisläufe vor Ort für eine spätere Wieder- oder Weiterverwendung (z.B. durch Community Fridges, Werkzeugbibliothek, Repair Cafés, Workshops, Bibliothek der Dinge) schaffen sollen. Das von º£½ÇÊÓÆµ erarbeitete Kreislaufwirtschaftskonzept unterstützt zudem die Entlastung natürlicher Systeme durch z.B. geschlossene Wasserkreislaufsysteme (Aufbereitung, Grauwassernutzung), Energieerzeugung vor Ort sowie Stoffrückgewinnung durch lokale Kompostierung.

Ein Architekten-Rendering des neuen Campus Weißensee.
Mit der Entwicklung eines neuen Campus sollen die verschiedenen Standorte der Hochschule Weißensee auf einem 1.8 ha großen Areal zusammen gefasst werden. Alle Bilder: © MLA+ Berlin/Lohrengel Landschaft

Der Mehrwert

Mit der Erarbeitung eines Energiekonzepts für den Campus Weißensee in einem frühen Planungsstadium kann sichergestellt werden, dass das Projekt möglichst klimaneutral entwickelt werden kann.

Das von unserem Expertenteam auf den Campus individuell abgestimmte Energiekonzept stellt sicher, dass der Betrieb des Areals über das Jahr betrachtet keine Emissionen verursacht und sogar bei der Nutzung maximierter PV-Flächen überschüssigen Strom in das Netz speist und somit aktiv zur Dekarbonisierung des Stromnetzes beiträgt. Die ermittelten grauen Emissionen der unterschiedlichen Konstruktionsweisen und Gebäudedämmstandards ergänzen das Bild.

Unsere Nachhaltigkeitsexperten geben dem Kunden unterschiedliche Entwurfsoptionen hinsichtlich Konstruktionsweise und Energiekonzeption, die in ihrer Kombination miteinander ein über den Lebenszyklus hinweg Treibhausgas neutrales Projekt ermöglichen. So können in den frühen Planungsphasen, die für das Projektziel erforderlichen Weichen gestellt und weitere Entwurfsprozess zur Klimaneutralität besser gesteuert werden.