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Energiekonzept für ein großes Biotechnologie-Zentrum

Bayern, Deutschland

Projektdetails
Auftraggeber

Vertraulich

Zeitraum

2025

Dienstleistungen von º£½ÇÊÓÆµ

Energy consulting

Gemeinsam mit einem internationalen Biotechnologieunternehmen erarbeitete º£½ÇÊÓÆµ strategische Ansätze zur Dekarbonisierung einer großen Produktionsstätte in Bayern.

Der Standort hat einen Gesamtenergiebedarf von über 50 MW – darunter Dampf, Hochtemperatur‑ und Niedertemperaturwärme – der derzeit vollständig aus fossilen Energiequellen gedeckt wird.

Die Herausforderung

Der Auftraggeber verfolgt ehrgeizige Dekarbonisierungsziele: Treibhausgasneutralität bis 2050 sowie eine Reduktion der CO₂‑Emissionen von 2019 um 75 % bis 2029. Die Transformation der Wärmeversorgung der Produktionstätte in Bayern ist ein zentraler Baustein auf diesem Weg.

º£½ÇÊÓÆµ wurde beauftragt, ein Energiekonzept zu entwickeln, das den Übergang zu einer fossilfreien Wärmeversorgung untersucht und neue CO₂‑arme Wärmequellen identifiziert.

Hierfür war im ersten Schritt ein tiefgehendes Verständnis sowohl des Energiebedarfs als auch der bestehenden Versorgungsinfrastruktur nötig. Dazu gehörte auch die Analyse jahreszeitlicher Schwankungen im Wärmebedarf in Abhängigkeit von der Anlagenaktivität.

Auf dieser Basis konnten unterschiedliche Szenarien für CO₂‑arme Alternativen entwickelt werden. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, detailliert darzustellen, wie die jeweiligen Technologien im komplexen Standortkontext funktionieren würden – einschließlich der geologischen Bedingungen und des Kontext der näheren Umgebung.

Darüber hinaus mussten bereits vom Kunden initiierte CO₂‑Reduktionsmaßnahmen berücksichtigt werden, da diese den zukünftigen Wärmebedarf beeinflussen. Dies erforderte eine intensive Abstimmung mit der Abteilung Energieversorgung des Standorts, unter anderem mit Blick auf kürzlich installierte Technologien wie Biomassekessel.

Eines der weltweit größten Biotechnologieunternehmen suchte Unterstützung bei der Dekarbonisierung seiner großen Biotechnologie-Zentrum in Bayern. Bild: Adobe

Die Lösung

Der Standort nutzt derzeit gasbefeuerte Kraft‑Wärme‑Kopplungsanlagen sowie einen Biomassekessel zur Deckung des Dampfbedarfs für industrielle Prozesse und Gebäudeheizung. Ein Hochtemperatur‑Wärmenetz sowie ein zweites Niedertemperaturnetz werden zusätzlich durch Wärmerückgewinnung aus Kühlsystemen unterstützt.

Auf Grundlage einer detaillierten Analyse des bestehenden Systems und des Wärmebedarfs untersuchten wir potenzielle alternative Energieträger und Wärmequellen. Dazu zählten unter anderem:

  • Wärmepumpen mit Umweltluft
  • Nutzung von Wärme aus nahegelegenen Seen und Flüssen
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  • Klassische und innovative tiefe Geothermie
  • Biomasse, Biogas und Wasserstoff

Aus dieser breiten Analyse wurden vier priorisierte Zielszenarien ausgewählt, vertieft untersucht und miteinander verglichen. Dafür wurden unterschiedliche Wärmequellen und Brennstoffe kombiniert, um Stärken zu nutzen und Schwächen auszugleichen.

Die Bewertung klassischer tiefer Geothermielösungen zeigte, dass sich der Standort außerhalb der geologischen Zonen befindet, in denen Thermalwasser aus tiefliegenden Gesteinschichten zuverlässig vorkommt.

Deshalb wurde eine vertiefende Untersuchung der innovativen Eavor‑Loop‑Technologie durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein geschlossenes, bis zu vier Kilometer tiefes Bohrsystem mit horizontalen Abzweigungen, das als unterirdischer Wärmetauscher fungiert. Durch den Thermosiphon‑Effekt steigt das erwärmte Wasser ohne Pumpenenergie an die Oberfläche. Zwar sind die Investitionskosten hoch, die Betriebskosten jedoch langfristig sehr gering.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass diese neuartige Geothermietechnologie aus wirtschaftlicher, ökologischer und technischer Sicht die bevorzugte Option darstellt und weiterverfolgt werden sollte.

Zusätzlich wurde eine zweite Generation des Eavor‑Loop‑Systems untersucht, bei der Bohrtiefen von nahezu sieben Kilometern erreicht werden. Dadurch könnten Rücklauftemperaturen von bis zu 200 °C erzielt werden – ausreichend, um sowohl den Dampfbedarf als auch die Niedertemperaturwärme des Standorts zu decken.

Eine Analyse tiefer Geothermieoptionen zeigte, dass der Standort außerhalb von Regionen liegt, in denen üblicherweise Thermalwasser aus tiefliegenden Gesteinschichten anzutreffen ist. Bild: Adobe

Der Mehrwert

Dank des detailliertes Verständnisses für die Anforderungen des Standorts konnte unser Expertenteam das Potenzial verschiedener CO₂‑armer Wärmetechnologien untersuchen. Diese wurden systematisch bewertet und priorisiert, um fundierte langfristige Investitionsentscheidungen im Kontext der Dekarbonisierung zu ermöglichen.

Wir berieten zur Integration neuer Wärmeversorgungstechnologien in den laufenden Betrieb und analysierten sowohl Investitions‑ als auch Betriebskosten, einschließlich möglicher Auswirkungen auf den Netzausbau. Für die Wirtschaftlichkeitsbewertung kam ein Discounted‑Cash‑Flow‑Modell zum Einsatz, das Preissteigerungen für Investitionen und Energieträger berücksichtigt.

Darüber hinaus unterstützt º£½ÇÊÓÆµ den Kunden bei der Beantragung der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (Modul 1). Dieses Förderprogramm deckt nicht nur Investitionskosten für innovative CO₂‑arme Wärmelösungen, sondern auch Machbarkeitsstudien und die Systemplanung ab.