{"id":259333,"date":"2024-10-07T09:07:13","date_gmt":"2024-10-07T08:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burohappold.com\/?p=259333"},"modified":"2026-03-26T13:34:30","modified_gmt":"2026-03-26T13:34:30","slug":"neue-eu-vorgaben-zur-energieeffizienz-von-gebaeuden-auswirkungen-und-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burohappold.com\/de\/artikel\/neue-eu-vorgaben-zur-energieeffizienz-von-gebaeuden-auswirkungen-und-herausforderungen\/","title":{"rendered":"Neue EU-Vorgaben zur Energieeffizienz von Geb\u00e4uden: Auswirkungen und Herausforderungen"},"content":{"rendered":"\n
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Die EU-Mitgliedstaaten haben gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die \u00fcberarbeitete Richtlinie \u00fcber die Energieeffizienz von Geb\u00e4uden gegeben und die neuen Anforderungen formell angenommen. Ziel ist es, Treibhausgasemissionen und Energiearmut in der EU zu reduzieren. <\/h3>\n\n\n\n

Wir haben dar\u00fcber mit Gencay Tatlidamak<\/a>, 海角视频s Sustainability Director Germany gesprochen und ihn gefragt, was er \u00fcber die neu konzipierte Richtlinie denkt.<\/p>\n\n\n\n

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Die Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden wurde im Fr\u00fchjahr 2024 von der EU \u00fcberarbeitet und enth\u00e4lt strenge Ziele damit der Geb\u00e4udesektor bis 2050 klimaneutral wird. Kannst du erkl\u00e4ren, auf was es dabei ankommt? <\/h4>\n\n\n\n
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Das ist eine sehr gute Frage, die uns h\u00e4ufig gestellt wird und in jeder Diskussion mit unseren Kunden aufkommt. Im Kern geht es darum: was bedeutet Klimaneutralit\u00e4t bis 2050? Die Frage kann in zwei Aspekte geteilt werden. Der erste Aspekt ist Energieneutralit\u00e4t, das hei\u00dft alle neuen Geb\u00e4ude werden so geplant und so gebaut, dass erstens ihr Energiebedarf deutlich reduziert wird und zweitens, dass dieser Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Bei diesem Aspekt geht es also um die Klimaneutralit\u00e4t des Betriebs der Geb\u00e4ude. <\/p>\n\n\n\n

Es gibt aber noch ein Thema. Der erste Aspekt bezieht sich auf Klimaneutralit\u00e4t im Sinne der Energieversorgung. Das hei\u00dft, dass die CO2<\/sub>-Emissionen im Betrieb neutral sein m\u00fcssen. Es gibt aber noch einen CO2<\/sub>-Treiber, der auch eine wichtige Rolle spielt, und das sind die grauen Emissionen, die im Bauk\u00f6rper von Geb\u00e4ude sprechen. Diese Emissionen entstehen bei der Produktion von Beton, Stahl und anderen Materialien, die man f\u00fcr die Konstruktion von Geb\u00e4uden braucht. Gerade hier ist es schwierig bis unm\u00f6glich, Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen, denn bei der Herstellung von Beton entsteht immer CO2<\/sub> als Produkt der chemischen Reaktion der Herstellung. <\/p>\n\n\n\n

Bei 海角视频 bedeutet Klimaneutralit\u00e4t nicht nur Null Emissionen im Betrieb, sondern auch reduzierte graue Emissionen. Es ist wichtig, dass nicht nur das Geb\u00e4ude klimaneutral geplant wird, sondern auch, dass die grauen Emissionen bis 2050 durch ein gutes Energiekonzept kompensiert wird. Das kann nur funktionieren, wenn Geb\u00e4ude mehr Energie durch erneuerbare Quellen vor Ort erzeugen, als sie selbst brauchen. Das macht f\u00fcr uns gute Energiekonzepte aus. <\/p>\n\n\n\n

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Reduktion von CO2<\/sub> Emissionen im Geb\u00e4udesektor durch bauliche und betriebliche Ma\u00dfnahmen. Bild: 海角视频<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n
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Was wir aber immer wieder bei unseren Projekten feststellen ist, dass bisher in Deutschland die Energieversorgungsnetze (W\u00e4rme-, K\u00e4lte-, Stromversorgung) nicht dekarbonisiert sind. Der Energiebedarf eines ganzen Geb\u00e4udes kann nicht nur \u00fcber Photovoltaikanlagen abdeckt werden, denn die Fl\u00e4chen daf\u00fcr sind auf Geb\u00e4uden begrenzt. Au\u00dferdem ist die Verf\u00fcgbarkeit von Photovoltaikstrom zeitlich variabel. Deswegen muss ein Teil des Bedarfs von einem Energieversorgungsnetz abgedeckt werden. <\/p>\n\n\n\n

Deshalb m\u00fcssen wir uns die Frage stellen, was der Emissionsfaktor (g\/kWh) von Versorgungsnetzen ist. Zu wie viel Prozent werden die Kundinnen und Kunden mit Strom versorgt, der aus erneuerbaren Quellen stammt, wie z.B. Wind, Wasser, oder Sonne. Der Strom in Deutschland soll bis 2040 CO2<\/sub>-neutral bereitgestellt werden. Dasselbe Ziel haben sich viele Fernw\u00e4rmeversorger gestellt. Nehmen wir das Beispiel des Fernw\u00e4rme-Verbundnetzes in Berlin. Das zust\u00e4ndige Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 seine CO2<\/sub>-Emissionen, um circa 55 Prozent zu senken und bis 2040 die Fossilfreiheit im Sinne von Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Auch in M\u00fcnchen wird die Fernw\u00e4rme umweltfreundlicher aber noch nicht komplett dekarbonisiert. Hier wird viel Geothermie genutzt. Bis 2040 dahin sind es aber (nur) noch 16 Jahre. Jeder der sich mit der Erzeugung von Fernw\u00e4rme auskennt, betrachtet diese Zielstellung mit Skepsis, denn er wei\u00df, dass ihre Erreichung von den St\u00e4dten abh\u00e4ngig ist. Wenn aber der Energieversorger die Infrastruktur nicht dekarbonisiert, ist es unm\u00f6glich bis 2050 vollst\u00e4ndige Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen. Als Planungs- und Beratungsunternehmen k\u00f6nnen wir zusammen mit dem Bauherrn die Ambitionen haben, Energiebedarfe drastisch zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n


Unter diesen Bedingungen gibt es eine interessante Strategie, n\u00e4mlich die Elektrifizierung unserer Geb\u00e4ude. Wenn wir ein Geb\u00e4ude voll elektrifizieren, das hei\u00dft nur mit W\u00e4rmepumpen-Technologien arbeiten und nicht mit Fernw\u00e4rme, dann ist es m\u00f6glich die Energieversorgung unabh\u00e4ngig vom Strom-Mix eines Landes zu gestalten, indem man \u00d6kostromtarife nutzt.
Entwickelt man beispielsweise ein Energiekonzept f\u00fcr ein Geb\u00e4ude in M\u00fcnchen kann man von den Stadtwerken M\u00fcnchen einen \u00d6kostromtarif beantragen. Dieser ist zertifiziert und die bspw. 500.000 Kilowattstunden, die ein Geb\u00e4ude verbraucht, werden mit erneuerbaren Energien erzeugt. Dazu gibt es dann auch noch eine sch\u00f6ne Plakette. In den n\u00e4chsten 16 oder 26 Jahren muss diese Infrastruktur erst dekarbonisiert werden, damit das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 m\u00f6glich ist. Vorher ist es das nicht. Trotzdem k\u00f6nnen und m\u00fcssen wir die Geb\u00e4ude und Quartiere aber schon heute auf Klimaneutralit\u00e4t vorbereiten.<\/p>\n\n\n\n


An einem Praxisbeispiel kann man sehen, wie heute teilweise Richtlinien diesem Ziel zuwiderlaufen. Schaut man sich Wohn- oder B\u00fcrogeb\u00e4ude und die Anforderungen der St\u00e4dte zum Thema begr\u00fcnte D\u00e4cher an, so fordern die St\u00e4dte diese auf Geb\u00e4uden. Das aber reduziert die Fl\u00e4che, die f\u00fcr Photovoltaikanlagen vorhanden ist. Je weniger Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung steht, desto weniger des Eigenbedarfes kann \u00fcber Photovoltaik abgedeckt werden, was die verursachten CO2-Emissionen im Betrieb erh\u00f6ht. Unsere Herausforderung besteht darin, abzuw\u00e4gen, inwieweit muss ich erneuerbare Energien puschen und inwieweit kann ich sie am besten im Geb\u00e4ude nutzen? Dazu gibt es im Moment keine \u201cMuss-Regulierung\u201d, sondern nur eine \u201cSoll-Regulierung\u201d. Ambitionen in Richtung Klimaneutralit\u00e4t sind deshalb stark von Investoren und Entwicklern abh\u00e4ngig. Als Consultants ist es unsere Aufgabe, die Kunden umf\u00e4nglich von den vielen Vorteilen von nachhaltigen Geb\u00e4uden zu \u00fcberzeugen. Und gerade in den letzten Jahren merken wir, dass wir immer h\u00e4ufiger auf offene Ohren sto\u00dfen, wenn es um ambitionierte Ma\u00dfnahmen in Richtung Nachhaltigkeit geht.<\/p>\n\n\n\n

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Wie stehen denn 海角视频s Kunden zu diesem Thema? Was ist ihre Einstellung zur Dekarbonisierung der Baubranche? <\/h4>\n\n\n\n
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Gl\u00fccklicherweise haben wir in unserer Arbeit gemerkt, dass es dahingehend bei unseren Kunden schon eine \u00c4nderung in der Denkweise gibt. Wir arbeiten mit hochambitionierten Bauherren und haben auch unsere eigenen Net-Zero-Ziele<\/a>. Zum Beispiel arbeiten wir viel mit einem gro\u00dfen Unternehmen zusammen, das ebenfalls das Ziel hat, bis 2040 Net Zero im Betrieb zu erreichen. Sie fordern jetzt schon, dass alle ihre Geb\u00e4ude elektrifiziert sein m\u00fcssen, damit die m\u00f6glichst breite Nutzung von \u00d6kostrom erm\u00f6glicht werden kann. Mit diesem Kunden arbeiten wir an vielen Dekarbonisierungsthemen. Andere gro\u00dfe Unternehmen in der High-Tech- f\u00fcr die wir viel im Bereich TGA arbeiten, haben auch genau dieses Ziel. Da sehe ich sehr positiv in die Zukunft. <\/p>\n\n\n\n

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Einige dieser Ziele klingen sehr ehrgeizig. Eines davon ist zum Beispiel, dass alle neuen Geb\u00e4ude, die \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden geh\u00f6ren oder von ihnen genutzt werden, bis 2028 emissionsfrei sein sollen. Das ist nur noch vier Jahre entfernt. Ist das deiner Expertenmeinung nach zu ehrgeizig oder geht es nicht weit genug? Und was sind m\u00f6gliche H\u00fcrden? <\/h4>\n\n\n\n
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Richtig, das ist sehr ehrgeizig und es ist auch nur m\u00f6glich, wenn man voll elektrifizierte Geb\u00e4ude mit \u00d6kostromversorgung baut. Geb\u00e4ude, die 2028 fertiggestellt werden, sind zum jetzigen Zeitpunkt in Planung. Das hei\u00dft f\u00fcr uns, dass alle Neubauten, die wir jetzt planen, ausschlie\u00dflich klimaneutral geplant werden m\u00fcssen. Ein gro\u00dfes Bauvorhaben in der Europacity in Berlin ist auf Basis dieses Konzeptes geplant. Das Geb\u00e4ude soll 2028 fertiggestellt werden und es wird mit \u00d6kostrom, erzeugt mit erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik, Windkraft und Wasserkraft, versorgt. <\/p>\n\n\n\n

Das ist aber ein privates Bauvorhaben. Betrachtet man Bauvorhaben der \u00f6ffentlichen Hand wird es schwierig. Hier sind die Entscheidungsprozesse eine gro\u00dfe H\u00fcrde, die genommen werden muss. Vor allem in Deutschland ziehen sich diese Prozesse hin, denn wenn eine Stadt oder eine Kommune ab 2028 klimaneutrale Geb\u00e4ude haben will, dann m\u00fcssen jetzt gro\u00dfe Entscheidungen getroffen werden. Das umfasst nicht nur die Entscheidung, dass Klimaneutralit\u00e4t angestrebt werden soll, sondern auch wie viel investiert werden soll und wer die richtigen Ansprech- bzw. Kollaborationspartner sind.<\/p>\n\n\n\n

Allgemein sehe ich es als m\u00f6glich an, aber das ist kein Thema, dass erst in den n\u00e4chsten Jahren angegangen werden kann. Es m\u00fcssen jetzt schon konkrete Pl\u00e4ne stehen und Klimafahrpl\u00e4ne festgelegt sein, im Zusammenspiel mit einem sehr aktiven Entscheidungsprozess. Aber meine Erfahrung sagt, dass so etwas in Deutschland herausfordernd ist. <\/p>\n\n\n\n

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海角视频 kann als Karbon-Berater unterst\u00fctzen, genauso wie ein Kostenberater bei Gro\u00dfprojekten die Kosten im Auge beh\u00e4lt. Dazu haben wir eigens die Rolle des „Sustainability Guardians“ entwickelt. Im Zuge dieser Rolle begleiten wir Projekte von der Konzeptphase bis weit hinein in die Planung. <\/p>\nGencay Tatlidamak, Sustainability Director Germany, 海角视频<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n

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Welche EU-L\u00e4nder k\u00f6nnen dieses Ziel erreichen?<\/h4>\n\n\n\n
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In anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, z.B. in Gro\u00dfbritannien gibt es schon diese Ambitionen f\u00fcr private sowie staatliche Geb\u00e4ude. Auch Spanien und Italien sind schon \u00fcber diese Ziele hinaus. Ein Vorreiter w\u00e4re auch D\u00e4nemark<\/a>, das sehr vorbildlich ist in diesem Bereich. D\u00e4nemark verlangt jetzt schon von Bauherren, dass f\u00fcr private und auch f\u00fcr staatliche Neubauten ab einer bestimmten Gr\u00f6\u00dfe immer die Lifecycle-Kosten und ein entsprechendes Energiekonzept f\u00fcr eine Baugenehmigung vorliegen m\u00fcssen. Von D\u00e4nemark k\u00f6nnen wir noch eine Menge lernen. <\/p>\n\n\n\n

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Welche gro\u00dfen Hindernisse siehst du, die den EU-Bausektor daran hindern w\u00fcrden, diese Ziele zu erreichen?<\/h4>\n\n\n\n
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Das ist auf alle F\u00e4lle die Dekarbonisierung der Energieversorgung und der Infrastruktur, wie ich schon erw\u00e4hnt habe. Wenn unsere Geb\u00e4ude immer noch den Strom, W\u00e4rme oder K\u00e4lte aus herk\u00f6mmlichen, CO2<\/sub>-reichen Energiequellen, wie Kohle oder Gas, beziehen, dann erreichen wir unsere Klimaziele nie oder nur ganz langsam. Au\u00dferdem glaube ich, dass es kurzfristig keine Soll-Regelungen mehr geben darf, sondern nur noch Muss-Regelungen. Wenn von der EU eine neue Direktive kommt, muss das immer eine Muss-Regulierung sein, an die sich jedes Mitgliedsland halten muss.<\/p>\n\n\n\n

Die dritte gro\u00dfe H\u00fcrde, die ich hier sehe, ist die Lage der F\u00f6rdermittel. Das Thema richtige F\u00f6rdermittel f\u00fcr die Sanierung der Infrastruktur und richtige F\u00f6rdermittel f\u00fcr Bauunternehmen, ist momentan nicht auf dem Tisch. Da sehe ich noch sehr gro\u00dfen Unterst\u00fctzungsbedarf von Seiten der Bundesl\u00e4nder. Um F\u00f6rdermittel effektiv einsetzen zu k\u00f6nnen und dadurch mehr Bauunternehmen zu ermutigen, klimaeffizient bzw. klimaneutral zu bauen, m\u00fcssen unsere Energiegesetze upgedatet werden. Ich arbeite n\u00e4mlich gerade an einem Bestandsprojekt, f\u00fcr das 海角视频 ein Energiekonzept entwickelt hat, das auf W\u00e4rmepumpen beruht. Ein Bauphysiker hat in einer Machbarkeitsstudie best\u00e4tigt, dass die Energieerzeugung f\u00fcr dieses Geb\u00e4ude mittels W\u00e4rmepumpentechnologie funktionieren w\u00fcrde, aber dass daf\u00fcr keine F\u00f6rdermittel zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden. Denn der Berechnungsprozess, anhand dessen der Energiebedarf eines Geb\u00e4udes errechnet wird, ist veraltet. Wir planen f\u00fcr die Zukunft, aber wir arbeiten mit sehr veralteten Normen. Mit diesen nicht zukunftsorientierten Normen, kann man nicht f\u00fcr 2050 planen. Diese Normen m\u00fcssen schnellstens ge\u00e4ndert werden. <\/p>\n\n\n\n

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Welche Folgen sollte es f\u00fcr einen EU-Mitgliedsstaat geben, wenn eine solche zwingende Vorschrift nicht beachtet werden w\u00fcrde?<\/h4>\n\n\n\n
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Nicht-Compliance sollte konsequent verfolgt werden und das EU-Land sanktioniert werden. Da gibt es, meines Wissens, schon Vereinbarungen f\u00fcr den Fall, dass CO2<\/sub>-Emmissionsziele nicht erreicht werden, aber f\u00fcr mich ist dann auch die Frage wichtig, wie realistisch diese Werte sind. Wer erstellt die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr CO2<\/sub>-Emmissionen der Geb\u00e4ude? Auch damit haben wir ein Problem. Denn wie k\u00f6nnen St\u00e4dte, wie z.B. ihren Geb\u00e4udebestand hinsichtlich des CO2<\/sub>-Benchmarks bewerten lassen? Da sehe ich gro\u00dfen Entwicklungsbedarf.<\/p>\n\n\n\n

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Wenn alle neuen Geb\u00e4ude ab 2030 emissionsfrei sein m\u00fcssen, was k\u00f6nnen Bauherren jetzt tun, um f\u00fcr dieses Ziel zu planen? Wie kann 海角视频 dabei helfen? <\/h4>\n\n\n\n
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Ich denke, Bauunternehmen m\u00fcssen ihre Arbeitsweise umstellen. Wenn Bauherren Klimaneutralit\u00e4t f\u00fcr ihre Geb\u00e4ude erreichen wollen, brauchen sie unbedingt eine andere Art von Projektmanagement. Die brauchen eine dekarbonisierungsorientierte , integrierte Projektabwicklung (IPA). Das ist eine ganzheitliche Planung, um die besten L\u00f6sungen f\u00fcr alle Disziplinen zu finden – nat\u00fcrlich mit Betrachtung der Wirtschaftlichkeit. 海角视频 kann als Karbon-Berater unterst\u00fctzen, genauso wie ein Kostenberater bei Gro\u00dfprojekten die Kosten im Auge beh\u00e4lt. Dazu haben wir eigens die Rolle des „Sustainability Guardians“ entwickelt. Im Zuge dieser Rolle begleiten wir Projekte von der Konzeptphase bis weit hinein in die Planung. An entscheidenden Stellen untersuchen wir die Inhalte der Planung auf ihre Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit des Projektes und Erarbeiten ggf. Vorschl\u00e4ge, um diese zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n

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In der \u00fcberarbeiteten Richtlinie ist die Rede davon, dass die Mitgliedstaaten darlegen m\u00fcssen, wie sie bis 2040 Ma\u00dfnahmen zur Dekarbonisierung von Heizsystemen ergreifen werden. Das klingt eher nach einer Richtlinie als nach einer festen Frist. H\u00e4ltst du das f\u00fcr klug? <\/h4>\n\n\n\n
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Ich glaube, hier geht es um Fernw\u00e4rme. Die gro\u00dfen Versorger haben ihre Pl\u00e4ne gemacht, um ihr Fernw\u00e4rmenetz zu dekarbonisieren. Das ist f\u00fcr sie nicht neu. Solche Pl\u00e4ne liegen schon seit drei Jahren auf dem Tisch. Die Stadtwerke M\u00fcnchen oder Vattenfall, z.B. die haben schon seit drei oder vier Jahren ihre Strategien erarbeitet. Aber das kann nicht von heute auf morgen passieren. Wir werden bis auf weiteres immer noch von verschiedenen Energiequellen abh\u00e4ngig sein. <\/p>\n\n\n\n

Ich sehe das so: fast alle gro\u00dfen Stromversorger sind in privater Hand. Eine Dekarbonisierung der Netze bedeutet eine enorme finanzielle Belastung f\u00fcr diese Unternehmen, denn erneuerbare Energiequellen weisen hohe Investitionskosten auf. Deshalb m\u00fcssen die Versorger bei ihren Pl\u00e4nen intensiv unterst\u00fctzt werden. 2040 ist in 16 Jahren und bis dahin muss viel investiert werden, um dieses Ziel zu erreichen. Aber es kann funktionieren. Die Stadtwerke M\u00fcnchen haben in den letzten Jahren schnell in ihre Bestandswerke investiert und haben diese umgebaut. Am st\u00e4rksten wurde Geothermie ausgebaut, was aus meiner Sicht sehr vorbildlich ist. Auch auf kommunaler Ebene ist das m\u00f6glich, nur muss dort wie gesagt ein Umdenken bez\u00fcglich interner Entscheidungsprozesse standfinden.<\/p>\n\n\n\n


Wenn diese Ziele von Seiten der EU wieder nur als Soll-Regelung kommen, dann ist das wieder nur ein Weg f\u00fcr gro\u00dfe Firmen ein H\u00e4kchen zu bekommen und zu sagen, ja wir wollen nachhaltig werden oder bleiben. Ich w\u00fcnsche mir, dass validierte Zahlen durch Gesetze gefordert werden. Jeder Bauherr sollte konkrete Zahlen \u00fcber den CO2<\/sub>-Fussabdruck einer Entwicklung \u00f6ffentlich machen m\u00fcssen. Das w\u00e4re f\u00fcr mich ein gro\u00dfer Schritt.<\/p>\n\n\n\n

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Laut Ciar\u00e1n Cuffe, Rapporteur f\u00fcr die Richtlinie \u00fcber die Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden, wird die \u00fcberarbeitete Direktive nicht nur 36 % der europ\u00e4ischen CO2<\/sub>-Emissionen, die auf den Geb\u00e4udesektor entfallen, bek\u00e4mpfen, sondern auch dazu beitragen, „die Energierechnungen zu senken und die Ursachen der Energiearmut zu bek\u00e4mpfen, w\u00e4hrend gleichzeitig Tausende von hochwertigen, lokalen Arbeitspl\u00e4tzen in der gesamten EU geschaffen werden“. Kannst du erkl\u00e4ren, wie das geschehen soll? <\/h4>\n\n\n\n
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Ich sch\u00e4tze, dass durchaus neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden, denn wenn wir immer mehr erneuerbare Energien einsetzen, brauchen wir auch neue Expertisen und andere Designprozesse.<\/p>\n\n\n\n

Kurzfristig glaube ich nicht, dass es unsere Stromrechnungen reduzieren wird. Der Endverbraucher wird dazuzahlen m\u00fcssen, denn die Energieversorger geben die Kosten ihrer neuen Investition in ein dekarboniertes Versorgungsnetz an ihre Kundinnen und Kunden weiter, oder aber, sollte es doch F\u00f6rdermittel geben, kommt dieses Geld von den Steuerzahlenden. Wir alle m\u00fcssen daf\u00fcr erstmal bezahlen, die Investoren, die Kunden, wir alle. Erst mittelfristig, wenn sich das Anfangsinvestment amortisiert hat, wird es g\u00fcnstiger. Bauherren, Kommunen, St\u00e4dte und L\u00e4nder m\u00fcssen sich jetzt entscheiden, ob sie jetzt mehr bezahlen und dadurch aber zukunftsf\u00e4hige und nachhaltige Geb\u00e4ude bekommen, oder aber sie bauen jetzt g\u00fcnstiger und m\u00fcssen dann in 10 oder 20 Jahren, um das 2050 Klimaziel zu erreichen, ihr Geb\u00e4ude wieder sanieren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es immer teurer ist, im Nachhinein Geb\u00e4ude zu dekarbonisieren, als es gleich von Anfang an zu machen. <\/p>\n\n\n\n

Es gibt aber noch andere wichtige Vorteile, die eine hohe Nachhaltigkeit mit sich bringt. H\u00e4ufig geht diese mit einem hohen Autarkiegrad der Geb\u00e4ude einher. Die Geb\u00e4ude k\u00f6nnen also einen Gro\u00dfteil der von ihnen genutzten Energie vor Ort erzeugen oder aus der Umgebung gewinnen. Diese Energie muss dann nicht aus dem Netz bezogen werden, und das ist in Zeiten hoher Energiepreise, wie vor zwei Jahren w\u00e4hrend der Energiekrise, sehr vorteilhaft. Eine hohe Nachhaltigkeit geht aber auch mit sauberer Luft und besseren Finanzierungsm\u00f6glichkeiten im Zuge eines hohen ESG-Ratings einher. Die Vorteile sind also vielschichtig. <\/p>\n\n\n\n

Wir versuchen, soweit es geht, unsere Kunden dahingehend zu beraten, immer den CO2<\/sub>-Fussabdruck ihres Bestands- oder Neubaus mit einzurechnen, weil das auf lange Sicht besser ist. Das ist auch in unserer eigenen 海角视频 Net Zero Routemap verankert. Die zieht sich wie ein roter Faden durch alles, was wir f\u00fcr unsere Kunden machen. Und das m\u00fcssen nicht nur wir als Cities Team machen, sondern alle Disziplinen, denn nur gemeinsam k\u00f6nnen wir Bauherren den richtigen Weg zeigen. Die wissen momentan auch nicht welchen Weg sie gehen sollen und wie sie die von der EU vorgegebenen Ziele erreichen sollen. Darum k\u00e4mpfen wir jeden Tag. Aber ich bin zuversichtlich und hoffnungsvoll. Ich sehe die Zukunft positiv und das Sch\u00f6ne ist, das 海角视频 bereits jetzt angefangen hat in diesem Thema aktiv zu sein.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

Written by<\/h5>
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Gencay Tatlidamak<\/h4>\n <\/a><\/article>\n\n
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Philipp Kassing<\/h4>\n <\/a><\/article>\n\n<\/div>\n\n
Date published<\/h5>

7\/10\/24<\/p><\/div>\n\n

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