{"id":326746,"date":"2026-01-22T13:15:21","date_gmt":"2026-01-22T13:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burohappold.com\/insights\/wie-kulturraeume-die-resilienz-unserer-staedte-staerken\/"},"modified":"2026-02-09T17:54:45","modified_gmt":"2026-02-09T17:54:45","slug":"wie-kulturraeume-die-resilienz-unserer-staedte-staerken","status":"publish","type":"insight","link":"https:\/\/www.burohappold.com\/de\/insights\/wie-kulturraeume-die-resilienz-unserer-staedte-staerken\/","title":{"rendered":"Wie Kulturr\u00e4ume die Resilienz unserer St\u00e4dte st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"\n
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Thought Leadership<\/p>\n\n\n\n

Kulturr\u00e4ume: Die untersch\u00e4tzten St\u00fctzen der Resilienz<\/p>\n\n\n\n

Wie Kulturr\u00e4ume die Resilienz unserer St\u00e4dte st\u00e4rken<\/em><\/p>\n\n\n\n

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Die wichtige Rolle kultureller Institutionen f\u00fcr eine widerstandsf\u00e4hige Zukunft<\/h2>\n\n\n\n
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Kulturelle R\u00e4ume wie Museen, Theater, Opernh\u00e4user und Bibliotheken spielen eine entscheidende Rolle bei der St\u00e4rkung der sozialen und klimabezogenen Resilienz von St\u00e4dten. \u00dcber ihre Funktion als Orte der Kunst hinaus wirken sie als vertrauensw\u00fcrdige zivilgesellschaftliche Anker, die Identit\u00e4t, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt f\u00f6rdern. Als zunehmend barrierearme \u201edritte Orte\u201c gestaltet, erm\u00f6glichen sie inklusive Begegnungen und unterst\u00fctzen gesellschaftliche Transformationsprozesse.<\/p>\n\n\n\n

Mit der Zunahme klimatischer Herausforderungen bieten Kulturbauten zudem passive K\u00fchlung, Schutzr\u00e4ume und beispielhafte nachhaltige Architektur. Durch ihre Sichtbarkeit und das Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit sind sie wirkm\u00e4chtige Akteure des Wandels. In widerstandsf\u00e4hige kulturelle R\u00e4ume zu investieren bedeutet, die langfristige soziale, \u00f6kologische und kulturelle Vitalit\u00e4t urbaner Lebensr\u00e4ume zu st\u00e4rken. <\/p>\n\n\n\n

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Vier Prinzipien f\u00fcr resiliente Kulturr\u00e4ume<\/h3>\n<\/div>\n\n\n\n
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OFFENHEIT & ZUG\u00c4NGLICHKEIT<\/strong>
Kulturr\u00e4ume sollten als Dritte Orte gedacht werden \u2013 mit freien Zug\u00e4ngen, langen \u00d6ffnungszeiten und inklusiven Angeboten.
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IDENTIT\u00c4TSSTIFTEND<\/strong>
Kulturbauten sollten lokale Geschichte und Zukunftsvisionen sichtbar machen und zur kollektiven Identit\u00e4t beitragen.
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KLIMAANPASSUNG<\/strong>
Passive K\u00fchlung, solarbetriebene K\u00fchlung, gr\u00fcne Infrastruktur und Aufenthaltsqualit\u00e4t im Innen- sowie Au\u00dfenraum erh\u00f6hen die Resilienz gegen\u00fcber Extremwetter.
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TEILHABE ERM\u00d6GLICHEN
<\/strong>Programme und R\u00e4ume m\u00fcssen auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sein \u2013 sozial, altersgerecht, barrierefrei.
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St\u00fctzen der Resilienz<\/h3>\n\n\n\n
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Kulturr\u00e4ume als stabilisierende urbane Elemente<\/p>\n\n\n\n

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Resilienz beschreibt die F\u00e4higkeit von St\u00e4dten, auf Krisen wie Klimawandel, soziale Spannungen oder wirtschaftliche Umbr\u00fcche widerstandsf\u00e4hig zu reagieren und sich weiterzuentwickeln. Kulturr\u00e4ume \u2013 Museen, Theater, Konzerts\u00e4le, Bibliotheken \u2013 sind dabei mehr als Orte der Kunst. Sie dienen als soziale Infrastrukturen, pr\u00e4gen Identit\u00e4t und bieten zunehmend klimatischen Schutz. <\/p>\n\n\n\n

Ihre gesellschaftliche Relevanz ist hoch: Laut Relevanzmonitor Kultur 2023 glauben 89 % der Befragte<\/a>n, dass Kultur wertvolle Gemeinschaftserlebnisse erm\u00f6glicht, in schwierigen Zeiten Trost und Freude spendet und Stabilit\u00e4t in einer sich immer schneller ver\u00e4ndernden Gesellschaft bietet. Diese „Soft Power“ macht Kulturr\u00e4ume zu stabilisierenden Elementen im urbanen Gef\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n

Dar\u00fcber hinaus haben kulturelle Organisationen das Potenzial, auf allen Ebenen gesellschaftlicher Transformation mitzuwirken. Sie pr\u00e4gen Werte, Diskurse und Narrative \u2013 tragen so zu einem neuen kulturellen Selbstverst\u00e4ndnis bei, das beispielsweise den Planeten als begrenzte Ressource begreift. Sie tragen sie zur Reflexion und Sinnstiftung bei und schaffen neue Wissenslandschaften.
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Auch im Kampf gegen die Klimakrise und deren Auswirkungen sind Kulturbauten ein untersch\u00e4tzter Hebel. Ihr hohes gesellschaftliches Vertrauen erm\u00f6glicht es ihnen, Bewusstsein f\u00fcr Nachhaltigkeit zu schaffen, alternative Zukunftsbilder zu entwerfen und umweltsch\u00e4dliche Normen zu hinterfragen. Als wachsender Sektor mit starker \u00f6ffentlicher und privater Investitionst\u00e4tigkeit \u2013 \u00fcber 10 Millionen Besch\u00e4ftigte weltweit, hunderte Millionen Besucher j\u00e4hrlich \u2013 wirken sie als Multiplikatoren mit gro\u00dfer Reichweite. <\/p>\n\n\n\n

Die neue Definition des International Council of Museums (ICOM) unterstreicht diese Rolle: Museen sollen aktiv zur sozialen und \u00f6kologischen Nachhaltigkeit beitragen. Allein die 100 gr\u00f6\u00dften Kunstmuseen weltweit z\u00e4hlten 2019 rund 230 Millionen Besucher<\/a>. Diese Reichweite macht Kulturr\u00e4ume zu m\u00e4chtigen Treibern f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel. <\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/section>\n\n\n\n

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Gesellschaftliche Resilienz & Identit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n
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Kulturr\u00e4ume als Dritte Orte<\/p>\n\n\n\n

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Kulturr\u00e4ume k\u00f6nnen gesellschaftliche Resilienz st\u00e4rken, indem sie als „Dritte Orte“ fungieren \u2013 Orte jenseits von Zuhause und Arbeit, die Begegnung, Austausch und Teilhabe erm\u00f6glichen. Der Soziologe Ray Oldenburg pr\u00e4gte dieses Konzept: Dritte Orte sind neutral, inklusiv, leicht zug\u00e4nglich und f\u00f6rdern soziale Interaktion. <\/p>\n\n\n\n

Traditionell galten Kultureinrichtungen mit Eintritt und festen Regeln nicht als Dritte Orte. Doch immer mehr H\u00e4user \u00f6ffnen ihre T\u00fcren, um Begegnungen zu f\u00f6rdern. Damit steigern sie nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch ihre Reichweite. <\/p>\n\n\n\n

Fr\u00fcher erf\u00fcllten Kulturorte oft nur eine einzige Funktion. Heute erweitern sie ihr Angebot, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen, den Zugang zu erleichtern und ganzt\u00e4gig nutzbar zu sein. Museen bieten Caf\u00e9s, freies WLAN und \u00f6ffentliche Foyers \u2013 l\u00e4ngst ein Standard. Auch Opern und Theater \u00f6ffnen sich. Die Bayerische Staatsoper etwa l\u00e4dt tags\u00fcber alle in ihre Apollon-Foyers ein \u2013 ein niederschwelliger Zugang zu Kultur und Austausch. <\/p>\n\n\n\n

Transparenz und Offenheit pr\u00e4gen zunehmend die Idee des Dritten Ortes. Kulturst\u00e4tten, einst monofunktional, entwickeln sich zu vielseitigen Begegnungsr\u00e4umen. Das Neubau-Projekt „berlin modern<\/a>“ im Berliner Kulturforum setzt ebenfalls auf Offenheit: Mit ticketfreien Bereichen, Street Galleries und einem Caf\u00e9 wird es zu einem lebenden Treffpunkt. Es wird Kunst in den \u00f6ffentlichen Raum bringen, Ausstellungsfl\u00e4chen erweitern und Raum f\u00fcr Depot und Restaurierung schaffen \u2013 eine Investition in den Schutz und die Sichtbarkeit von Kunst f\u00fcr kommende Generationen. <\/p>\n\n\n\n

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Nach der Fertigstellung wird berlin modern zu einem wichtigen Bestandteil des Berliner Kulturforums, das Kunst im \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr Besucher:innen sichtbar und erlebbar macht. Bild: Herzog & de Meuron Architekten. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n
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Soziale Teilhabe f\u00f6rdern<\/p>\n\n\n\n

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Solche R\u00e4ume f\u00f6rdern Integration, insbesondere wenn sie barrierefrei, inklusiv und offen gestaltet sind. Der Relevanzmonitor Kultur<\/a> zeigt, dass kulturelle Teilhabe das Miteinander st\u00e4rkt und Menschen in schwierigen Zeiten Freude und Trost bietet. Um neue Zielgruppen zu erreichen, setzen viele H\u00e4user auf Outreach-Programme. Outreach-Manager und -Kuratoren entwickeln Formate, die auch kulturferne Menschen ansprechen. <\/p>\n\n\n\n

Doch warum ist kulturelle Teilhabe<\/a> so wichtig? Sie st\u00e4rkt den Einzelnen, f\u00f6rdert den sozialen Zusammenhalt und erm\u00f6glicht politische Mitbestimmung. Oft hei\u00dft es, sie unterst\u00fctze die gesellschaftliche Teilhabe und st\u00e4rke die Demokratie. <\/p>\n\n\n\n

Diese Teilhabe ist jedoch nicht selbstverst\u00e4ndlich. Menschen mit Behinderung oder niedrigem Einkommen nehmen seltener an Kulturangeboten teil. In 17 EU-L\u00e4ndern ist die Teilnahmequote <\/a>der einkommensst\u00e4rksten Gruppen mindestens doppelt so hoch wie die der einkommensschw\u00e4chsten. Hier braucht es Strategien, um Barrieren abzubauen und Zug\u00e4nge zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n

Outreach-Programme setzen gezielt auf Inhalte und Vermittlungsformate, doch auch Architektur kann Teilhabe f\u00f6rdern. R\u00e4ume, die einladen, leicht zug\u00e4nglich sind und intuitiv wirken, schaffen spontane Begegnungen und wecken kulturelle Neugier. Architektur \u00fcbersetzt soziale Inklusion in Raum: mit barrierefreien Zug\u00e4ngen, transparenten Fassaden, offenen Grundrissen, inklusiver Beleuchtung<\/a>, vielseitigen Nutzungsm\u00f6glichkeiten und Aufenthaltsqualit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum. Nicht nur dauerhafte Leuchtturmprojekte, auch tempor\u00e4re Installationen st\u00e4rken die Resilienz unserer St\u00e4dte.<\/p>\n\n\n\n

Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Inside Out, Downside Up Pavilion<\/a>, der zur Copenhagen Architecture Biennial auf dem S\u00f8ren Kierkegaards Plads in Kopenhagen entstand. Das Studio Slaatto Morsb\u00f8l entwarf ihn, 海角视频 \u00fcbernahm die technische Umsetzung. Der Pavillon besteht aus recycelten Materialien: perforierten Ziegeln, wiederverwertetem Holz und halbierten L\u00fcftungsrohren. Seine modulare Bauweise erm\u00f6glicht einfachen Auf- und Abbau sowie Wiederverwendung. <\/p>\n\n\n\n

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Der Inside Out, Downside Up Pavillon auf der Kopenhagener Architektur Bienniale l\u00e4dt Passant:innen ein, das Potenzial vermeintlich wertloser Restmaterialien zu entdecken und ihre haptische Qualit\u00e4t in der Architektur zu erleben. Bild: Maja Flink.
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Der Entwurf l\u00e4dt Passanten ein, das Potenzial vermeintlich wertloser Restmaterialien zu entdecken und ihre haptische Qualit\u00e4t in der Architektur zu erleben. So f\u00f6rdert der Pavillon nicht nur kulturelle Teilhabe, sondern auch ein Bewusstsein f\u00fcr Zirkularit\u00e4t und Ressourcenschonung. Er zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht abstrakt bleiben muss, sondern durch Licht, Textur und Raum sinnlich erfahrbar wird. Solche Interventionen beweisen: Resilienz entsteht auch durch kleine, tempor\u00e4re Impulse, die neue Perspektiven er\u00f6ffnen. <\/p>\n\n\n\n

Kulturelle Geb\u00e4ude, die sich nicht als abgeschottete Institutionen, sondern als Teil des st\u00e4dtischen Lebens begreifen, wirken wie soziale Katalysatoren. Sie laden zum Verweilen ein, ohne Konsum zu erzwingen, und erm\u00f6glichen Teilhabe jenseits klassischer Veranstaltungsformate. <\/p>\n\n\n\n

So wird Teilhabe nicht nur organisiert, sondern r\u00e4umlich erlebbar \u2013 Architektur wird zur Einladung.<\/p>\n\n\n\n

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Identit\u00e4t stiften<\/p>\n\n\n\n

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Kulturr\u00e4ume pr\u00e4gen die Identit\u00e4t von St\u00e4dten. Die Elbphilharmonie in Hamburg, das Kolosseum in Rom oder das neue The Museum of Modern Art in Warschau<\/a>, Polen, sind mehr als Geb\u00e4ude \u2013 sie sind emotionale Anker und kollektive Erinnerungsorte. 2024 er\u00f6ffnet, hat sich der monolithische wei\u00dfe Kubus schnell als Ikone von Warschau entwickelt und ein neues kulturelles Herz von Warschau geschaffen. <\/p>\n\n\n\n

Alle R\u00e4ume im Erdgeschoss sind f\u00fcr \u00f6ffentliche Funktionen konzipiert und dank der durchgehenden Verglasung von au\u00dfen sichtbar. Der gro\u00dfe Saal ist lediglich durch ein Vorhangsystem von den Galerien getrennt, und auch der kleinere Bildungsraum auf derselben Ebene funktioniert nach einem \u00e4hnlichen Prinzip. Als Ikone der modernen Architektur verbindet das Museum das zeitgen\u00f6ssische Warschau mit seinem reichen kulturellen Erbe.<\/p>\n\n\n\n

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Das Museum f\u00fcr Moderne Kunst in Warschau verbindet die zeitgen\u00f6ssische Stadt mit ihrem reichen kulturellen Erbe und wird so zum neuen kulturellen Herzen der Stadt. Bild: Marta Ejsmont.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div><\/section>\n\n\n\n
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Klimaresilienz<\/h3>\n\n\n\n
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Kulturbauten als Schutzr\u00e4ume und Vorbilder<\/p>\n\n\n\n

Im Zuge der Klimakrise wird die Gestaltung des \u00f6ffentlichen Raums rund um Kulturbauten immer wichtiger. Das East Bank Quartier in London zeigt, wie Mikroklimasteuerung Aufenthaltsqualit\u00e4t schaffen kann. Mithilfe von Windanalysen, Begr\u00fcnung und baulichen Ma\u00dfnahmen wurde das Mikroklima im Au\u00dfenraum verbessert. CFD-Analysen halfen, Windkomfort zu optimieren und sichere, angenehme Aufenthaltsbereiche zu schaffen. Die Kulturbauten \u2013 darunter das V&A Museum, Sadler’s Wells und die BBC Studios \u2013 sind Teil eines ganzheitlichen, klimaresilienten Stadtentwicklungsansatzes. <\/p>\n\n\n\n

Kulturr\u00e4ume k\u00f6nnen den Au\u00dfenraum aktiv klimatisch beeinflussen. Ein Ma\u00dfnahmenkatalog umfasst Verschattung durch B\u00e4ume, Pergolen oder Arkaden, helle Bel\u00e4ge mit hoher Albedo zur Reduktion von Hitze, Wassernebel und Font\u00e4nen mit Kreislaufsystemen, por\u00f6se Bel\u00e4ge zur Versickerung, Regenwasserspeicher f\u00fcr Bew\u00e4sserung und Verdunstungsk\u00fchlung, Windleitkanten zur Steuerung von Luftstr\u00f6men sowie Sitzgelegenheiten in Ventilationsachsen f\u00fcr thermischen Komfort. <\/p>\n\n\n\n

Mit zunehmender Hitze und h\u00e4ufigeren Extremwetterlagen \u00fcbernehmen Kulturbauten eine neue Rolle: Sie werden zu wichtigen R\u00fcckzugsorten f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. In Aachen \u00f6ffnen Museen an besonders hei\u00dfen Tagen ihre klimatisierten R\u00e4ume kostenfrei, w\u00e4hrend St\u00e4dte wie W\u00fcrzburg oder Trier Kirchen und historische Geb\u00e4ude als k\u00fchle Zufluchtsorte nutzen. Solche Angebote sind inzwischen fester Bestandteil kommunaler Hitzeaktionspl\u00e4ne. Auch international gibt es Beispiele. In Paris dienen Bibliotheken und Kulturzentren als \u201e\u00eelots de fra\u00eecheur<\/a>\u201c \u2013 k\u00fchle Inseln, die w\u00e4hrend Hitzewellen Schutz bieten. Barcelona setzt ebenfalls auf Kulturzentren als klimatisierte Zufluchtsorte, und in Wien sind Museen und Kirchen in die st\u00e4dtischen Strategien zur Hitzevorsorge integriert. <\/p>\n\n\n\n

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Nachhaltige Planung<\/p>\n\n\n\n

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Kulturbauten k\u00f6nnen durch nachhaltige Planung selbst zur Klimaanpassung beitragen. Doch dabei entstehen Zielkonflikte: Einerseits sollen Museen und Ausstellungsh\u00e4user Schutzr\u00e4ume sein \u2013 Orte mit stabilen klimatischen Bedingungen, die Menschen in Hitzeperioden Erholung bieten und empfindliche Kulturg\u00fcter konservatorisch sichern. Andererseits verursachen genau diese Anforderungen oft einen hohen Energieverbrauch, insbesondere durch aktive Klimatisierung und technische Infrastruktur. <\/p>\n\n\n\n

Ein L\u00f6sungsweg liegt in passiven Strategien: Statt prim\u00e4r auf technische Systeme zu setzen, wird das Raumklima zun\u00e4chst durch architektonische Mittel reguliert \u2013 etwa durch thermische Masse, Verschattung, nat\u00fcrliche Bel\u00fcftung und Zonierung. Das Grand Egyptian Museum in Kairo<\/a> zeigt, wie das funktionieren kann: Bei Au\u00dfentemperaturen \u00fcber 40 Grad sorgen passive K\u00fchlung, Wasserfl\u00e4chen und Luftzirkulation f\u00fcr ein angenehmes Mikroklima und f\u00f6rdern zugleich die Stadt\u00f6kologie.<\/p>\n\n\n\n

Auch der Louvre Abu Dhabi<\/a> setzt auf passive Strategien. Sein ikonisches Dach sch\u00fctzt vor direkter Sonneneinstrahlung, w\u00e4hrend thermische Trennung und nat\u00fcrliche Luftf\u00fchrung die Innenr\u00e4ume klimatisch stabil halten \u2013 mit deutlich geringerem Energieeinsatz. Erg\u00e4nzt durch den Einsatz erneuerbarer Energien entsteht ein zukunftsf\u00e4higer Geb\u00e4udetypus, der Komfort, Konservierung und Klimaschutz miteinander vereint. <\/p>\n\n\n\n

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Das Grand Egyptian Museum in Kairo setzt auf passive klimatische Strategien, die durch architektonische Mittel das Raumklima regulieren. Bild: 海角视频<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n
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Vorbildfunktion<\/p>\n\n\n\n

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Kulturbauten in \u00f6ffentlicher Tr\u00e4gerschaft haben eine besondere Vorbildfunktion. Sie k\u00f6nnen architektonische, \u00f6kologische und gesellschaftliche Standards setzen. Der Klimaschutzplan der Bundesregierung betont diese Rolle ausdr\u00fccklich. Kulturr\u00e4ume, die Nachhaltigkeit vorleben, inspirieren andere Akteure und regen zur Nachahmung an. <\/p>\n<\/div>\n<\/div><\/section>\n\n\n\n

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Handlungsempfehlungen: 4 Prinzipien f\u00fcr resiliente Kulturr\u00e4ume<\/strong><\/h3>\n\n\n\n
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